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Eher Aufbruch als Abschied
das Berufskolleg in Alsdorf verabschiedete verdiente Pädagogen
Einerseits ist es immer wieder ein bitter empfundener Verlust, wenn Kollegen in den Ruhestand verabschiedet werden müssen, andererseits gibt es dann allerhand zu erzählen. Anekdoten und kleine Abenteuer werden aufgefrischt und manche lieben Schatten steigen auf: „Weißt Du noch – wir – ja … damals?“ raunt man sich zu, Legenden werden aktiviert, gleich alten, halb verklungenen Sagen. So war es auch diesmal wieder, als mit Irene Willekens und Heinz-Josef Bischoff zwei beliebte Stützen des Berufskollegs in Alsdorf ihre aktive Karriere beendeten.
Beide wurden gegen Ende des zweiten Weltkriegs geboren, erlebten noch die Notzeit der Aufbaujahre. Schon früh stießen sie zum Team des Berufskollegs Alsdorf, noch zu einer Zeit, als das Kollegium weit davon entfernt war, an diese Schulbezeichnung auch nur zu denken, als die Kleiderordnung auch im Dualen System noch lange nicht so leger gehandhabt wurde, wie es heutzutage üblich ist. Als Ökotrophologin machte Irene Willekens sich um die hauswirtschaftliche Abteilung verdient, während Heinz-Josef Bischoff als Bautischler und Schreiner, als Mathematiker und Sportler mehrere Sparten des Hauses pädagogisch betreute. Besonders launig gerieten die Erinnerungen an gemeinsame Klassenfahrten: Offenbar ist der legendäre „Sack Flöhe“ doch nicht wesentlich schwerer zu hüten als eine Gruppe pubertierender Jugendlicher. Immerhin gelang es den Kollegen noch jedes Mal, alle Schäflein sicher wieder in die heimatlichen Gefilde zurück zu lotsen. Auch an die Rolle von Heinz-Josef Bischoff als Sicherheitsbeauftragtem wurde jetzt wieder erinnert – Meriten en Masse, wohin Dagmar Goebbels in ihrer Laudatio den Blick auch richtete. Was sei schon ein Kardinal in Köln, fasste sie ihren Dank zusammen, wenn man vor Ort einen Bischoff habe. Wobei der Kollege Wert darauf legt, dass sein Name sich mit einem doppelten „f“ schreibt … Wer möchte schon mit dem Kardinal verwechselt werden?
Und natürlich hatten die Kollegen gebührend gesammelt, um ihrem Dank klingenden Nachdruck zu verleihen. So bescherte man Heinz-Josef Bischoff unter anderem mit einem kleinen Flügel en miniature, hatte er doch angekündigt, seine musikalischen Talente künftig weiter perfektionieren zu wollen. Thomas Becker verlieh als Schulleiter in seiner Dankesrede der Hoffnung Ausdruck, die Kollegen auch künftig wieder – wenn auch nur besuchsweise – im Haus begrüßen zu können. Eingeschrieben haben sich die beiden Kollegen in unsere Erinnerungen aber auch in unser großes Buch, das besondere Anlässe festhält.
Insgesamt hatte die Feierstunde einen heiteren Charakter, thematisierten die Laudatoren doch eher den Aufbruch in den Unruhestand als einen Abschied – oder, um Hermann Hesse zu variieren: Jedem Aufbruch „wohnt ein Zauber inne …“


