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6.9.2010 : 20:21 : +0200

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Pädagogischer Tag am BK Alsdorf

Wie senken wir die Quote des „Schüler-Drop-outs"? Was können wir gegen Schulmüdigkeit und Absentismus machen?

     Während des hektischen Lehrer-Alltags ergeben sich immer wieder Fragen, die auch beim besten Willen nicht zwischen Tür und Angel oder in den kurzen Pausen angemessen besprochen oder gelöst werden können. In den regelmäßigen Konfe­renzen am Nachmittag werden vor allem die aktuell anstehenden „Tagesgeschäfte“ geklärt oder Leistungen und Zensuren besprochen sowie Projekte organisiert, aber für grundsätzliche Überlegungen muss man sich etwas mehr Zeit einräumen – im Interesse der Schüler und einer zielgerichteten und effektiven pädagogischen Arbeit. Und so entschied sich das Kollegium des BK Alsdorf zur Durchführung eines „päda­go­gischen Tages“. Am 22.02.2010 standen die o.a. Fragen im Mittelpunkt der Beratung.

     Oberstes Ziel unserer Arbeit ist, den Absolventen der unterschiedlichen Bildungs­gänge zu helfen, ihnen das nötige fachliche und soziale „Rüstzeug“ zu vermitteln, um später in der Praxis einen vielleicht nicht immer ganz leichten Beruf und seine Schwie­­­rig­keiten erfolgreich meistern zu können. Die gegenwärtige Lage der Wirt­schaft ist bekanntlich nicht gerade geeignet, junge Leute zu ermutigen. Ausbildungs- und Arbeitsplätze sind rar und nicht leicht zu ergattern, darauf müssen wir mit unseren Ausbildungs-Angeboten reagieren, Hilfestellungen geben und die jungen Leute ermutigen, ihre Chancen zu ergreifen, ihnen Wege weisen, einen erfolgreichen Start ins Berufsleben zu meistern.

     Denn natürlich erleben auch unsere Schüler diese Schwierigkeiten der globalen Wirt­schaftsflaute. Sei es, weil sie selbst irgendwelche Jobs neben ihrem Unterricht zu bewältigen versuchen, sei es, weil sie erleben, wie ihre Eltern sich im beruflichen Alltag schwerer tun, als ihnen lieb wäre. Klar, dass sich diese doppelte Belastung auch in der Schule bemerkbar macht: Wir bemerken, dass junge Leute, die durchaus in der Lage wären, erfolgreich ihre Ausbildung zu meistern, irgendwann entnervt „die Segel streichen“, erst sporadisch dem Unterricht fernbleiben und eines Tages ganz den Bildungsgang verlassen, wenn die Fehlzeiten sich derart gehäuft haben, dass sie für sich keine Perspektive mehr zu erkennen vermögen. Neudeutsch wird dieses Phänomen unter Kollegen als „Drop-Out“ gehandelt und mit Sorge beobachtet – schlimm wäre es, wenn man sich nicht Strategien überlegen würde, wie den Schüler beizustehen wäre, um den einmal begonnenen Ausbildungsweg erfolgreich zu beenden. Dieses Thema wurde also am pädagogischen Tag in allen Bildungsgängen ausführlich beraten. Als Referent zum Thema war Herr Dr. Norbert Posse von der Universität Düsseldorf geladen, der die Faktoren erfolgreicher schulpädagogischer Arbeit im Zusammenhang darstellte und wichtige Hinweise für mögliche „Begegnungsstrategien“ entwarf.

     An Hand eines Fragebogens hatten die Kollegen zuvor ermittelt, worin die Schüler Ursachen dafür sehen, dass eine ganze Reihe ihrer Klassenkameraden vorzeitig aufgibt. Schwierigkeiten in den Familien wurden häufig genannt – ein Faktor also, auf den die Schule wenig Einfluss nehmen kann. Konflikte in der Klasse waren aber auch häufig ein Grund oder aber das Gefühl, überfordert zu sein. Hier können wir allerdings ansetzen und versuchen, für ein gutes und kameradschaftliches Klima in der Klasse zu sorgen und vorab schon Schüler und ihre Eltern noch intensiver zu beraten, den für die jungen Leute jeweils angemessenen Ausbildungsgang zu besuchen, sich selbst realistisch einzuschätzen und die Anforderungen der Bildungs­gänge ernst zu nehmen. Und natürlich können wir unterstützend eingreifen, indem wir eine gezielte individuelle Förderung oder sozialpädagogische Begleitung an­bieten, zusätzlich vertiefende Kurse bis hin zu Tutorien oder Nachhilfe in den gefürchteten  „Problemfächern“ wie etwa Mathematik organisieren. Ein „weites Feld“ an Hilfsangeboten wurde hier unter den Kollegen bis spät in den Nachmittag dis­ku­tiert und in Erwägung gezogen – wobei den Kollegen selbst wieder einmal am eige­nen Leib erfahren durften, wie anstrengend es ist, sich rund um die Uhr einen gan­zen Tag lang als „Lernender“ in der Rolle eines Schülers zu sein.

22.02.2010 16:02 Alter: 196 Tage