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26.6.2017 : 14:18 : +0200

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Meldung

Spanisch-Kenntnisse aus erster Hand – durch unsere neue Fremdsprachen-Assistentin Victoria Quintero

Europa lebt. Und zwar durch den aktiven Kontakt seiner Bürger, die Grenzen nicht mehr als Hemmnis oder Barriere begreifen, als etwas Trennendes, sondern als Möglichkeit, Brücken zu bauen und Dialoge zu führen über den eigenen Tellerrand hinaus. Der Nationalstaatsgedanke war eine Errungenschaft des 19. Jahrhunderts – inzwischen leben wir im Zeitalter der Globalisierung. Was sich im Bereich der Wirtschaft vollzieht, hat längst Auswirkungen auf unser Zusammenleben. Denn Europa gewinnt durch den Austausch seiner Kulturen, weil wir die Beschränkung auf den eigenen Vorgarten und engen Dorfplatz überwunden haben – nicht zuletzt auch durch finanzielle Hilfen der EU.

Einen überaus lebendigen Beleg für diese Entwicklung bildet jetzt die charmante junge Spanierin Victoria Quintero, die seit einigen Wochen, genauer seit dem Oktober 2016 hier am BK-Alsdorf als Fremdsprachen-Assistentin unseren Schülern im Bildungsgang ITA hilft, ihre Aussprache zu verbessern und die Kenntnisse des EU-Partners Spanien zu vertiefen. In (fast) allen Fragen spanischer Kultur und Literatur bewährt sie sich als kompetente Ansprechpartnerin und konnte dabei bereits den Eindruck gewinnen, dass unsere Schüler noch stärker als an Themen wie Grammatik und Vokabeln an spanischer Küche, Musik, an Liedern oder Filmen interessiert sind. Doch wenn kulturelle Aspekte erst einmal Interesse geweckt haben, erkennen unsere Schüler schnell, dass zu deren besserer Vermittlung eben auch die Sprache wichtig ist. Da musische Tätigkeiten wie Singen, Gitarre spielen, Tanzen und Kinobesuche, aber auch Fotografieren und Schreiben zu Victoria Quinteros Hobbies gehören, kann sie unseren Schülern qualifiziert Auskunft geben, ihnen aus erster Hand Kenntnisse über Spanien und seine Sprache vermitteln.        

Aufgewachsen ist sie in Jumilla, einem kleinen Ort im Südosten Spaniens mit etwa 20.000 Einwohnern und absolvierte auch ihre Ausbildung als Übersetzerin und Dolmetscherin in der Nähe, genauer: an Universidad de Murcia. Denn sie studierte dort 4 Jahre lang Englisch, Deutsch und Italienisch und legte auch ihr Examen ab. Als Berufsziel schwebte ihr zunächst vor, etwa für Filme als Übersetzerin zu arbeiten. Außerdem war sie in der Tourismus-Branche tätig und führte Gäste zu den Sehenswürdigkeiten ihrer Heimat. Murcia ist die zentrale Hauptstadt der gleichnamigen Region mit rund 500.000 Einwohnern, liegt nur etwa eine halbe Stunde von der Küste entfernt und ist berühmt für seinen auch bei uns gern genossenen Wein: den Rioja.

Bis Ende Mai 2017 wird sie hier bei uns den Unterricht begleiten, insgesamt also 8 Monate. Victoria Quintero wohnt derzeit in Aachen, einer Stadt, die ja seit der Zeit der Römer und später Karls des Großen Europa im Blick hatte, von europäischen Kontakten lebte. Ein wenig fremd und durchaus gewöhnungsbedürftig erschien ihr hier die regionale Küche, auch das Klima nahe der Eifel bildet für eine von der Sonne verwöhnte Spanierin zunächst eine Herausforderung. Während ihres Studiums lernte und lebte sie bereits 11 Monate in Heidelberg und konnte sich dort ein wenig akklimatisieren. Für sich möchte sie jetzt die Zeit nutzen, um ihre sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern und längerfristig einen Job zu finden, gern auch in Deutschland.

Denn gerade für junge Leute sind zurzeit nicht nur in Spanien die Chancen auf dem Arbeitsmarkt mehr als unbefriedigend. Deshalb lebt ihr Bruder in England, weil er nach seinem Philosophie-Studium in Spanien schlechte Berufsperspektiven hat. Nationalismus und Rassismus sind Victoria Quintero ein Gräuel, sie ist überzeugte Europäerin und denkt multinational, fühlt sich als Mensch Bürgern aller Kontinente verbunden. Da ihre erste Fremdsprache Englisch war, will sie die Zeit hier in der Bundesrepublik nutzen, um ihre Deutsch-Kenntnisse zu verbessern. Apropos Kenntnisse aus „erster Hand“: Man kann ihr auf gut Deutsch nur „die Daumen drücken“, dass sich ihre Pläne verwirklichen lassen, oder, wie man in ihrer Heimat sagen würde, um Glück zu wünschen: die Finger kreuzen. Im Spanischen klingt das freilich ungleich exotischer: „cruzar los dedos“.