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Lyrik-Kurs

Im Rahmen unserer „Kulturschiene“ betreut der auch über Deutschlands Grenzen hinaus erfolgreiche Lyriker Hartwig Mauritz – in der Bundesrepublik wurde er immerhin mit dem Dresdener Lyrikpreis ausgezeichnet – seit einigen Jahren die Lyrik-Gruppe, in der Schüler fremde Texte analysieren und eigene Gedichte verfassen. Neben seiner Tätigkeit als Pädagoge, der Elektrotechnik und Informatik unterrichtet und die Bereiche Elektrotechnik und Farbtechnik organisiert, veröffentlichte unser Kollege Hartwig Mauritz immerhin vier eigene Gedicht-Bände und gibt sein Wissen über Dichtung gern an Schüler weiter, deren Sprachgefühl und Sensibilität im Umgang mit Texten er entwickeln und fördern möchte. Im Schuljahr 2016/ 2017 haben „seine“ Lyriker diese Gedichte geschrieben. Einige davon wurden von Zitaten bekannter Dichter angeregt.

Songtext zum Soundtrack der Soundwerkstatt  „Read all about it“

von Julia Kowaszek und Lea Zdunek

 

Ich will ihn jetzt, ich will ihn hier mit Papier

Will ihn nicht teiln‘, für mich allein‘ mit einem Bier

Jetzt sitz ich hier und bin hungrig wie ein Tier

Diese gier sie ist da, diese gier ist immer da

Ich will das ding

Einfach das ding

Ich will den Döner und zwar komplett

Ich geh hinaus und rufe es raus!
Ich bau mir mit dir ein Dönerhaus

Doch du bist nur eine faule Maus

Diese Maus, ja diese kleine faule Maus

Ich will das Ding

Einfach das Ding

Ich will den Döner und zwar komplett

Und nachts sitz ich da und mir wird klar

Damals in der Bar, das war alles so wahr

Oh ohhh oh
Ohhh ohhh oh
Ohhh oh oh

Ein letztes mal beiß ich von dir

Doch dabei starb ein Teil von mir…

Deine Wucht war zu groß

Nun bin ich dich endlich los

 

 

 

Gedicht nach Recherchearbeit zu einem frei gewählten Thema

<Marvin Dammers, Mauricio Bensch>

 

Wozu der Nebel?

Nebel  verschleiert

Nebel  raubt dir die Sicht

Nebel nimmt dir die Distanz

doch wenn du durch den Nebel läufst

liegt der Weg hinter dir im grauen Dunst

und das unbekannte Geflecht ist sichtbar

Wasserdampf steigt auf

Wolken scheinen

Ein Nebeltag bricht an

Übersättigte Luft liegt in den Wassertropfen

Sie tröpfeln die Scheibe runter

Der Taupunkt ist erreicht

Der Wind pfeift

Sonnenschein durchdringt die Nebelschicht nicht

Die Fassade ist eingetrübt

Langsam gibt es Einsicht

Der Nebel lichtet sich

Die eigene Sicht wird langsam klar

Tau liegt auf dem Gras

 

 

 

 

 

 

 

Tiberiu Lupasc nach dem Gedicht von Lars-Arved Brischke (Elternhaus, elektrotechnisch)

ELTERNHAUS, GESUNDHEITSTECHNIK

der hygienestandart der familie verbessert sich

nicht nur das trinkwasser sondern auch die lüftungstechnik

es ist die monatshygiene

fehler in der planung

vater und mutter streiten sich

der streit hat einen guten nährboden

schweigen vermehrt sich

die kinder reden nicht 

husten nur gelegentlich

mutter ist geistig verwundet und traurig

vater will maßnahmen treffen

und sagt der mutter du sollst antidepressiva nehmen

das husten der kinder ist stärker geworden

mutter nimmt tabletten

der vater nimmt tropfen

die handtücher im bad

operationsschürzen

denn er ist nicht immun gegen streit und traurigkeit

die kinder husten immer noch

die eltern sind traurig

die hygiendestandarts verbessern sich nicht

tabletten liegen überall

jemand nimmt zu viel davon

vater mutter und sohn sind im wartesal

denn sein bruder hat zu viel davon

der arzt kommt und sagt alles gut

der kleine schläft

und träumt davon wie die mutter

mit hustenbonbons kommt

 

 

Gedicht nach Thomas Kling „ihr hinterleib in ständiger bewegung“

Von Jan Jasper und Christopher Palm

 

Sie schaut sich das Zeigerspiel immer und immer wieder an jede Sekunde drehen sich die weißen

Zeiger.

Sie will sie die Zeit wieder zurück drehen, denn die Wespe weiß, dass ihr Leben im Zeitaquarium bald vorbei sein wird.

Ihre Zangen Knacken scheußlich gegen das Glas der Armbanduhr, mittlerweile tun ihre Zangen auch schon weh und sie leidet.

Sie erinnert sich an ihre Zeit auf der Fensterbank wo sie noch am Kuchen genascht hatte und das strahlende Licht ihr Augenpaar trifft.

Nun sieht sie wieder die Zeit vorbeirasen und weiß Ihr Wespenleben ist vorbei, denn sie schaut wieder durch das gut geputzte Glas in die dahinschwindende Zeit.

Die Kälte streift durch ihre kurzen Haare und sie weiß der Winter kommt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gedicht aus Gedichtzitaten von Rainer Maria Rilke montiert

Maurizio Bensch, Marvin Dammers

Wer du auch seist: Am Abend tritt hinaus

aus deiner Stube, drin du alles weißt

als letztes vor der Ferne liegt dein Haus

Wer du auch seist, wirf aus den Armen die Leere
zu den Räumen hinzu

Seltsam, alles, was sich bezog, so lose im Raume
flattern zu sehen, ob sie unter
Lebenden gehn oder Toten.

die Leere in jene
Schwingung geriet,

 

 

 

 

Tiberiu Lupasc

Die große Welt? – Das kann ja alles sein!

Der Mensch ist bald vergessen,

Als reicher und als braver Mann,

Damals lag weites dunkel überm land

So herb ists, herber kann der Tod nicht schmecken.

Durch Traum und Morgen-Unruh

Mehr weiß und rot, als Tauben sind und Rosen

Alles kann mißlingen, wir können's ertragen, vergeben

Es bleibt sich gleich! – Der Freude wie den Sorgen

Auf einmal schien die Sonne durchzudringen,

Am Mittag wird, so wirf ihn in die Luft!

 

 

 

 

 

 

 

 

Gedichte zu August Stramm „Mondblick“

 

Julia Kowaszek und Lea Zdunek

 

 

Glänzlich schein es in der Hand

Erstaunlich kleinlich

Und doch viel drin

ergötzt sich an dem wunder der Technik

Schlägern sich ums neuste

Ältere wollen sie nicht

Alle geblended

Blaut und gelbt der Kopf

Nur das eine im Sinne

Alle zusammen und doch auch nicht.

Fesselt an der Lein

verfallt Tag für Tag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gedichte zu Ernst Jandl „wien.heldenplatz“

 

Robin Schumacher und Fabio Waschlowsky

 

Du krast durch das Dämmerungsmeer                                      

Das schöne Geklänge des Landschiffes                                      

Er viminiert in deinem Hörcher

Sanftes Wellengelände erschüttelt  den Rumpf

Das Freidach erlaubt dir Fahrtwindsnähe

Versenke den Rest im Abstaub

 

 

 

 

 

 

Julia Kowaszek und Lea Zdunek

 

 

Klanglichmeisterlich hört sich die Schönheit des Melodienflusses  an

Die straschallenden Tonschwingen die sich ins Ohr prähämmern

Wundermaies strömt sie in die Psyischehauthülle

Lässt deinen Körper vibbegen, ohne eine Wahl

Die Symphonien verentgen deinen Kopf nicht

So entpasst die Musik

 

 

 

 

 

 

 

von Julia Kowaszek und Lea Zdunek zu „ottos mopps“ von Ernst Jandl

 

Katys Handy klingelt

Katy: mein Handy klingelt!

Katys Handy klingelt weiter

Katy: ohweh ohweh

 

Katy läuft hoch

Katy läuft ins Zimmer

Katy horcht

Katy: Handy Handy  ?!

Katy hofft

 

Katys Handy klingelt weiter

Katy: wo nur wo

Katys Handy stummt

Katy : oh man  oh man