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28.5.2017 : 18:24 : +0200

Berufsschul-Fachklassen

Die Fachklassen der Berufsschule sind Teil der Opens external link in new windowdualen Ausbildung. Die duale Ausbildung wird von zwei Stellen - dem Ausbildungsbetrieb und dem Berufskolleg - gemeinsam durchgeführt und ist deshalb von Anfang an praxisbezogen.

Im Menü links sehen Sie die dualen Ausbildungsgänge, die bei uns angeboten werden. Ausbildende können Ihre Auszubildenden mit Initiates file downloaddiesem Anmeldeformular bei uns anmelden.

Wer eine duale Ausbildung machen möchte, muss mit einem Ausbildungsbetrieb einen Ausbildungsvertrag abschließen. Der Ausbildungsvertrag wird vom Betrieb bei der zuständigen Kammer registriert. Für den Raum Aachen sind dies die Opens external link in new windowHandwerkskammer Aachen oder die Opens external link in new windowIndustrie- und Handelskammer Aachen. Der Ausbildungsbetrieb meldet den Auszubildenden dann auch zur Berufschule an. Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz helfen unter anderem die Opens external link in new windowLehrstellenbörse der IHK und die Opens external link in new windowLehrstellenbörse der HWK. 

Übersichten über alle Ausbildungsberufe in Deutschland finden sich beim Opens external link in new windowBundesinstitut für Berufsbildung und bei der Opens external link in new windowBundesagentur für Arbeit.

 Ausbildungsbetrieb Berufsschule

 3,5 Tage / Woche

 (über-)betriebliche Ausbildung

 (über-)betrieblicher Ausbildungsplan

 1,5 Tage / Woche

 berufsbezogene
 Fächer
 allgemeine
 Fächer

 schulischer Lehrplan

 Berufsabschluss Berufsschulabschluss

Die Ausbildungsinhalte sind definiert im Ausbildungsrahmenplan (Grundlage für den betrieblichen Ausbildungsplan) und im Rahmenlehrplan (Grundlage für den schulischen Lehrplan). Die Ausbildung dauert je nach Ausbildungsordnung zwischen zwei und dreieinhalb Jahren.

Bei seltenen Berufen sind Bezirks- oder Landesklassen eingerichtet, wobei wegen der längeren Anfahrtswege der Unterricht dann oft in Blöcken organisiert ist. Die Broschüre Opens external link in new window"Was lernst Du?" gibt einen Überblick über alle Bildungsangebote der Berufskollegs in der StädteRegion Aachen.

Berufsschulpflicht

Wer bei Beginn der Ausbildung das 21. Lebensjahr noch nicht abgeschlossen hat, ist für die Dauer der gesamten dualen Ausbildung berufsschulpflichtig (SchulG §38,2). Ältere Auszubildende sollten in der Regel die Berufsschule um der Ausbildung willen freiwillig besuchen. Der Besuch der Berufsschule gehört in jedem Fall zur Arbeitszeit.

Berufsschul-Unterricht

Der Berufsschul-Unterricht hat einen Umfang von durchschnittlich 12 Wochenstunden, davon 4 allgemeine und 8 berufsbezogene. Er wird normalerweise an zwei Wochentagen erteilt, kann aber auch in Blöcken organisiert sein, so dass für jeweils einige Wochen ausschließlich schulische oder betriebliche Ausbildung im Wechsel stattfindet. 

Die allgemeinen Fächer sind Deutsch/Kommunikation, Politik/Gesellschaftslehre, Sport/Gesundheitsförderung und Praktische Philosophie oder Religionslehre sowie die Elemente für den Unterricht der Berufsschule im Bereich Opens external link in new windowWirtschafts- und Sozialkunde gewerblich-technischer Ausbildungsberufe (WiSo).

Die Berufsschule führt Prüfungen durch und vergibt Zeugnisse jeweils zum Schuljahresende sowie ein halbes Jahr vor Ende der Ausbildung. Die Auszubildenden werden unabhängig von ihren Noten versetzt, können aber in Absprache mit Ihrem Ausbildungsbetrieb ihre Ausbildung verlängern und ein Schuljahr wiederholen.

Die Schule gibt bei ausreichenden Schulleistungen am Ende der Ausbildung ein Abschlusszeugnis aus, das den Berufsschulabschluss und unter Umständen weitere Schulabschlüsse (Fachoberschulreife oder Fachhochschulreife) beinhaltet. Bei nicht ausreichenden Leistungen wird ein Abgangszeugnis erstellt.

Zeugnisnoten sind, außer beim Abschlusszeugnis, von früheren Zeugnisnoten unabhängig. Für das Abschlusszeugnis werden die Noten der bis zum Schluss unterrichteten Fächer durch Mittelung der Noten letzten beiden Schulhalbjahre ermittelt. Bei früher abgeschlossenen Fächern wird die letzte Note übernommen. Im Abschlusszeugnis wird eine Durchschnittsnote ausgewiesen. Diese ergibt sich durch Mittelwertbildung aller Noten auf dem Zeugnis, wobei die Note eines Faches doppelt zählt, wenn es über die gesamte Ausbildungszeit mit 3 oder mehr Wochenstunden unterrichtet wird.

Berufsabschlussprüfung

Die Zwischen- und die Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf werden von der zuständigen Kammer durchgeführt, die dafür Prüfungsausschüsse eingerichtet hat. Diesen Ausschüssen gehören als Mitglieder Beauftragte der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer in gleicher Zahl sowie mindestens ein Lehrer an. Auf Wunsch vermerkt die Kammer die Durchschnittsnote des Berufsschulabschlusszeugnisses auf dem Gesellenbrief bzw. Facharbeiterbrief.

Berufsschulabschluss und Berufsabschluss (Kammerprüfung) sind unabhängig voneinander und setzen einander nicht voraus.

Wer die Berufsabschlussprüfung nicht bestanden und deshalb das Ausbildungsverhältnis um eine halbes Jahr verlängert hat, muss die Berufsschule nicht weiter besuchen, kann das aber freiwillig tun.

Begabtenförderung

Begabte junge Leute mit abschlossener Berufsausbildung, die mehr aus ihrem Beruf machen wollen, erhalten Opens external link in new windowhier Informationen zu Stipendien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Arbeitszeit und Schulzeit

Gemäß § 7 BBiG hat die/der Ausbildende die Auszubildende u. a. für die Teilnahme am Berufsschulunterricht freizustellen. In rechtlicher Korrelation hierzu ist gemäß § 12 Abs. 1 BBiG die Vergütung der Auszubildenden für die Zeit der Freistellung fortzuzahlen.  

Minderjährige Auszubildende: 

Nach § 8 Jugendarbeitsschutzgesetz dürfen Jugendliche nicht mehr als 8 Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden. Für die Teilnahme am Berufsschulunterricht hat der Ausbildende den Jugendlichen freizustellen (§ 9 JugArbSchG). 

Jugendliche dürfen nicht beschäftigt werden:

  • vor einem vor 9 Uhr beginnenden Unterricht; 
  • an einem Berufsschultag mit mehr als 5 Unterrichtsstunden von mindestens je 45 Minuten pro Woche. Ein solcher Berufsschultag wird nach dem Gesetz mit 8 Stunden - auf die gesetzliche Höchstarbeitszeit von 40 Stunden angerechnet. Die Summe der Berufsschul- und betrieblicher Ausbildungszeit darf daher die gesetzliche Höchstarbeitszeit von Jugendlichen (40 Stunden/Woche) nicht überschreiten.
  • bei einem etwaigen weiteren Berufsschulunterricht, auch bei einem solchen mit mehr als 5 Unterrichtsstunden, ist eine dem Unterricht vorhergehende - jedoch nicht vor 9 Uhr - oder anschließende Beschäftigung des Jugendlichen im Betrieb möglich, sofern nach Anrechnung der Unterrichtszeit auf die tägliche oder wöchentliche Arbeitszeit insgesamt gesehen noch Arbeitszeit zur Verfügung steht.

Volljährige Auszubildende: 

Für volljährige Azubis gilt ebenfalls die Freistellung für den Berufsschulunterricht und das Verbot der Beschäftigung vor dem Unterricht, wenn der Unterricht vor 9.00 Uhr beginnt. Jedoch müssen volljährige Azubis nach dem Unterricht regelmäßig im Ausbildungsbetrieb arbeiten, falls das für die betrieblichen Abläufe notwendig ist und noch Arbeitszeit zur Verfügung steht. Die tatsächliche Berufsschulzeit einschließlich der Pausen und Fahrzeiten wird auf die tatsächlich vereinbarte Arbeitszeit angerechnet.

Nach dem Urteil des BAG (Beschluss v. 26.03.2001, Az: 5 AZR 413/99) sind nicht nur die Pausen in der Berufsschule, sondern auch die Wegezeiten zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb auf die betriebliche Ausbildungszeit anzurechnen. Deshalb sollten die Auszubildende nur im Rahmen der Zumutbarkeit in den Ausbildungsbetrieb einberufen werden, damit die verbleibende Zeit im Ausbildungsbetrieb auch noch sinnvoll genutzt werden kann. Eine Bleibezeit von unter 30 Minuten erscheint nicht mehr sinnvoll. 

Regelungen für den Tag der Abschlussprüfung: 

Für volljährige Auszubildende (zum Zeitpunkt der Prüfung) gilt hier das Berufsbildungsgesetz (BBiG). Nach § 7 (BBiG) muss der Ausbilder Sie zur Teilnahme an Prüfungen freistellen. Das bedeutet aber, dass Sie im Anschluss an die Prüfung im Ausbildungsbetrieb arbeiten müssen, wobei die Zeit der Prüfung, Pausen und Wegezeiten (siehe oben) auf Ihre wöchentliche Arbeitszeit angerechnet wird. 

Für minderjährige Auszubildende gilt neben dem BBiG noch das Jugendarbeitsschutzgesetz  (ArbSchuG). Nach § 10 JArbSchG muss der Arbeitgeber den Jugendlichen für die Teilnahme an Prüfungen und für den Arbeitstag, der der schriftlichen Abschlussprüfung unmittelbar vorausgeht, freistellen. Auf die Arbeitszeit werden hierbei die Prüfung einschließlich der Pausen und 8 Stunden für den vorangegangenen Arbeitstag angerechnet. 

 

Thomas Kroll