BK Alsdorf
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Meldung

Vorzüge des Rentner-Daseins

viel Zeit für den diesjährigen Pensionärskaffee am 7. 12. 2015

Wie alle Jahre wieder wurde auch dieses Mal unser Pensionärskaffee gut und gern angenommen, zahlreiche – zumeist recht rüstige – ehemalige Kollegen hatten den Weg in ihre alte Wirkungsstätte nicht gescheut und wurden von den „Aktiven“ herzlich begrüßt. Dass es so viele „Ehemalige“ an ihren alten „Tatort“ zurückzog, belegt einmal mehr, dass hier am BK-Alsdorf trotz aller Belastungen ein recht erträgliches Betriebsklima gepflegt wurde und wird, das klang auch in den Erinnerungen der Kollegen an: Überwiegend hatten sie Positives, launige Anekdoten zu berichten. Um die Stimmung vollends aufzuhellen, hatte Michael Perlhefter sich nicht lumpen lassen und an Torten und Kuchen gebacken und gefüllt, was Herd und Ofen herzugeben vermochten. An festlichem Dekor fehlte es ebenfalls nicht – ein heimeliges Licht verbreiteten zahlreiche Kerzen.

Als Schulleiter ließ Thomas Becker es sich nicht nehmen, die früheren Kollegen über die neuesten Entwicklungen aufzuklären. Auch dies war insgesamt eine positive Bilanz zu einer Zeit, in der auf Grund der demografischen Entwicklung die Schülerzahlen eher rückläufig sind. Dank des Engagements von Norbert van Hall und Udo Imme konnte in der Metallabteilung die Fluggerätetechnik ihre Arbeit intensivieren: Die Ausbildung wird jetzt in einem dreijährigen Kurs angeboten. Neu im Haus haben wir zwei internationale Förderklassen, die sich an Schüler wenden, die Deutsch als Sprache neu erlernen müssen. Diese Klassen werden von unbegleiteten Flüchtlingen aus allen Teil der Welt besucht. Im „normalen“ Berufsvorbereitungs- oder Förderbereich haben die Kollegen mit Gaby Thedt-Kalf ein neues Unterrichts-Konzept entwickelt, das den Schülern größere Freiräume anbietet. Sie müssen eine bestimmte Anzahl und Art von „Tageslernaufgaben“ absolvieren, können über deren Verteilung und Reihenfolge aber selbst entscheiden.

Unsere Turnhalle steht zurzeit Flüchtlingen zur Erstaufnahme zur Verfügung. Das bringt naturgemäß für die Kollegen, die Sport unterrichten, einige Unannehmlichkeiten mit sich, per Bus müssen sie mit ihren Klassen die Fahrt zu anderen Turnhallen antreten. Das kostet natürlich Zeit und Nerven, nicht zuletzt auch für Jürgen Weckler, der als zuständiger Stellvertreter des Chefs Wünsche und Möglichkeiten koordinieren muss – und auch mit den Terminen zu jonglieren gelernt hat. Als besonders erfreulich hob Thomas Becker hervor, dass unsere Schüler ganz offensichtlich Mitleid mit den Flüchtlingen empfinden und spontan ihre Hilfe angeboten haben. Sei es, dass dank ihres Migrationshintergrundes mehrsprachig aufgewachsene Schüler sich als Dolmetscher zur Verfügung stellten oder dass die Fachinformatiker-Klasse IT 13 mit ihrem Wirtschaftslehrer Lutz Wegel eine „Aktion Alsdorf“ ins Leben gerufen haben unter dem Motto: „Schenken verbindet: Wollt Ihr helfen?“ Dazu sammeln sie in allen Schulklassen des BK-Alsdorf Spielzeuge und andere Geschenke, um auch den vertriebenen Flüchtlingskindern bei ihrer Ankunft in Alsdorf eine Freude zu bereiten.

Angeregte Gespräche, fast vergessene Erinnerungen und viel „Dönches“ belebten die Runde. Manche Kollegen hatten sich seit der letzten vorweihnachtlichen Feier ja nicht mehr gesehen. Aus Mönchengladbach war immerhin einer eigens angereist, um in langen Arbeitsjahren gewonnene Freunde endlich wieder einmal treffen zu können. Der Nachmittag hätte sich mühelos bis in den späten Abend verlängern lassen – wenn, ja wenn nicht die Abendschule dem regen Austausch doch noch Einhalt geboten hätte. Denn über das Privileg, ihre Zeit frei einteilen zu können, verfügen leider nur die Pensionäre. Aber: Gemach, diesen Vorzug werden bald auch viele derjenigen zu schätzen wissen, die momentan noch aktiv bemüht sind, das Bildungsniveau unserer Schüler nachhaltig zu heben.