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Vom Boden unter den Füßen zu den Perlen der Kaiserstadt

Impressionen einer Exkursion der Maler-Oberstufe

Es sollte ein besonderer, ebenso spannender wie abwechslungsreicher, Tag werden, der am Morgen des  22. März 2018 vor uns lag. Schließlich hätten die gesetzten Wegpunkte kaum unterschiedlicher seien können: ein Institut für die Prüfung von Bodenbelägen einerseits, eine Führung durch den historischen Stadtkern Aachens andererseits. Was für eine merkwürdige Mischung, mag sich so mancher fragen. Eine Frage, die sich unseren Auszubildenden der ML-15 nicht stellt. So konträr beide Themen auch erscheinen, stehen sie doch beispielhaft für die ungeheure Vielfalt, die den Beruf des Malers und Lackierers auszeichnet.

Mit Spannung begegneten wir der ersten Station unserer Reise, dem TFI. 1964 als Teppich-Forschungs-Institut gegründet, widmet sich dieses der RWTH Aachen zugehörige Institut der Untersuchung und Klassifikation von Bodenbelägen. Im Laufe der mehr als 50-jährigen Historie hat sich das Spektrum jedoch kontinuierlich erweitert, wie wir in der einleitenden Präsentation erfahren. Umso treffender steht TFI, dem selbst gesetzten Motto folgend, für: „Testen, Forschen, Informieren“. Davon, wie konsequent dieses verfolgt wird, konnten wir uns bei der sich anschließenden Führung durch die verschiedenen Prüflabore überzeugen. So untersucht das TFI alle nur erdenklichen Bodenbeläge, die sich dem Maler zur Verlegung anbieten. Darunter finden sich Klassiker wie Teppich, PVC oder Laminat ebenso wie hochmoderne Design-Vinyl-Beläge, aber auch exotische Produkte wie Kunstrasenflächen. Sie alle werden im TFI auf ihre Eigenschaften hin untersucht. Eigenschaften, deren Klassifikation für Hersteller wie Verarbeiter gleichermaßen unverzichtbar ist, wie für den Endkunden. Wie sonst ließe sich entscheiden, ob der gewünschte Bodenbelag der ihm entgegenstehenden Beanspruchung auch tatsächlich Stand hält, langfristig farbtonstabil ist oder ob er sich für die Verlegung auf einer Treppe eignet. Ausgewiesen finden sich diese wie auch weitere Eigenschaften über die uns aus Produkt-Beiblättern bekannten Symbole. Wem diese gänzlich unbekannt sind, der möge bei seinem nächsten Besuch im Baumarkt doch einmal einen Blick auf die Rückseite eines  PVC- oder Teppichbodens werfen, denn auch dort sind diese häufig zu finden.

Unsere zweite führte uns Etappe in die Aachener Innenstadt und mitten hinein in eine Zeitreise durch die Architekturgeschichte der Kaiserstadt. Ihren Ausgang nahm diese am Elisenbrunnen. Erbaut im klassizistischen Stil verweist das in der säulengesäumten Wandelhalle zu verköstigende Thermalwasser eindrucksvoll auf die Bedeutung Aachens als Kur- und Badeort. Einen Schluck des schwefelhaltigen Wassers mochte jedoch keiner von uns nehmen. Vielmehr drängte uns dessen eigentümlicher Geruch uns, unsere Reise fortzusetzen, vorbei an dem ebenfalls von Friedrich Schinkel erbauten Stadttheater hinein in die kleinen Gassen Aachens. Interessiert lauschten wir den Ausführungen unserer Stadtführerin, fachsimpelten über baustiltypische und materialspezifische Besonderheiten der Bürgerhäuser und entdeckten so manche, sich zunächst in ihrer wahren Schönheit verbergende Perle der Architektur. Als solche offenbarte sich die Elisabethhalle. Aufwändig restauriert entführte uns das bis heute in Betrieb befindliche Bad in die Blütezeit des Jugendstils. Beeindruckt vom historischen Ambiente verließen nicht wenige von uns das Bad mit dem Vorsatz, zurückzukehren und erkundigten sich dezent nach Preisen und Öffnungszeiten.

Einen weiteren Höhepunkt bildete der Aachener Dom. Errichtet unter Karl dem Großen und Krönungsort vieler deutscher Herrscher vereint er, kraft der an ihm augenfällig werdende Geschichte, architektonische Besonderheiten und unterschiedliche Baustile gleichermaßen. Obgleich romanischen Ursprungs finden sich an ihm ebenso Elemente der Gotik wie des Barocks. Weniger augenfällig sind dagegen die Spuren der jüngeren Geschichte: verwitterte Kerben in der Außenwand, stumme Zeugen des 2. Weltkriegs, als Mahnmal  für den Wert des Friedens. So mag es nicht verwundern, dass uns das Aachener Rathaus als äußerst treffender Abschluss unserer Zeitreise erschien, wird in ihm doch alljährlich der Karlspreis verliehen, der sinnbildlich für die Einigung Europas steht. 

In Erinnerung bleibt ein ebenso informativer wie ereignisreicher Tag, für dessen Gelingen wie auch gute Atmosphäre wir allen Beteiligten herzlich danken. 

- C. Ehlers, G. Lammers, C. Müller -