BK Alsdorf
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Meldung

Die ITler fahren in die Berge

Tatsächlich hört sich das genauso verrückt an wie es war. Wer auf die Idee gekommen ist, muss sich echt was dabei gedacht haben.

Vom 02. bis zum 06. Juli 2018 sind die Klassen ITA 16 und 17 zusammen mit ihren Klassenlehrern Herrn Hummel und Herrn Caspar nach Reit im Winkl, in der Nähe des Chiemsees, nach Bayern gefahren. Um für genügend Kultur- und Religionsanteil auf der Klassenfahrt zu sorgen, brachten die beiden noch Frau Göers als Verstärkung mit.

Die Busfahrt selbst war mit knapp 10 Stunden Dauer dementsprechend entspannend und ging eigentlich durch ein paar Karten- bzw. Gesellschaftsspiele und Frau Göers, welche die Schüler mit Süßigkeiten versorgte, recht schnell und amüsant dem Ende entgegen. 

Schließlich angekommen begaben sich die Schüler samt den Lehrern direkt auf ihre mit Doppel-, Einzel- und Klappbetten bestückten Zimmer und bezogen diese, um direkt danach endlich etwas Warmes in den Magen zu bekommen. Eine kleine Tour durch den Ort und eine Einkehr in einem Biergarten, um den Fußballhunger einiger zu stillen, brachte dann auch einen schönen Ausklang für den ersten Tag.

Am nächsten Morgen ging es direkt nach dem Frühstück auf die erste Tour. Die erste und mit Abstand anstrengendste Etappe der Klassenfahrt war das Besteigen des Fellhorns, dem 1765m hohen Berg direkt neben unserem Hotel. Wären wir die knapp 20 km lange Strecke ohne Steigungen gelaufen, hätten die wenigsten von uns Probleme gehabt. Allerdings mussten wir auf dieser Strecke einen Höhenunterschied von insgesamt 1051 Metern bewältigen. Dadurch sah die Sache wirklich GANZ anders aus. Es wäre ja eigentlich auch viel zu einfach gewesen, den Wanderweg, der langsam aber sicher über viele Serpentinen zum Ziel führt, zu nehmen. Also quälten sich allesamt einen steilen Asphaltweg hoch. Was am Anfang wie eine entspannte Wanderung mit viel Natur und frischer Luft klang, entpuppte sich im Nachhinein als eine Wanderung mit viel Schweiß und Anstrengung, die die meisten an ihre Grenzen gebracht hat. Natürlich wartete trotzdem die dementsprechende Belohnung auf die tapferen ITler, die den Berg bezwangen. Eine wunderschöne Aussicht in die Täler Österreichs. Diejenigen, die es leider nicht bis an die Spitze geschafft hatten, konnten sich an einer der zwei Almen, die als Zwischenstopp dienten, mit einem kühlen Getränk und dem ebenfalls sehr beeindruckenden Wald, der sich über den ganzen Berg erstreckte, vergnügen. Erklommen oder nicht, alle waren nach knapp neun Stunden den Berg rauf und den Berg runter am Ende und freuten sich, es wieder lebendig bis zum Hotel geschafft zu haben. Verluste durch Überanstrengung der ITler gab es zwar wie zunächst vermutet nicht, allerdings waren eine Handvoll sehr angeschlagen und froh, wieder auf ebenem Boden in Reit im Winkl zu stehen. Mit dem Ende der Wanderung und dem Abendessen ging auch der Dienstag mehr oder weniger dem Ende entgegen. Wie eigentlich an jedem darauffolgenden Abend trafen sich die meisten Schüler und Lehrer abends trotzdem, um zusammen Gesellschaftsspiele zu spielen und das eine oder andere kühle Blonde zu trinken. 

Der dritte Tag wurde zu Gunsten der Schüler eher milde angesetzt. Die Lehrer einigten sich darauf, den nahegelegenen Chiemsee zu besuchen. Natürlich gab es auch da einiges zu sehen, wie die zwei bekannten Inseln, welche vereinfacht Frauen- und Herreninsel genannt werden. Nach einer schönen Schifffahrt über den See machten wir als erstes an der Herreninsel halt. Dort steht das dem Schloss Versailles nachempfundene Schloss Herrenchiemsee, was König Ludwig II als seine dritte Residenz neben Neuschwanstein und Linderhof erbauen ließ. Das sich auf der Herreninsel befindende Replikat ist zwar wesentlich kleiner, aber mindestens genauso schön anzusehen. Auch wenn es natürlich nicht die Maße des Originals erreicht, ist auch das Schloss auf der Herreninsel eine wahre Augenweide. Bei der Schönheit des Schlosses und dessen Gärten mussten wir uns natürlich unbedingt das Innenleben anschauen und beschlossen eine Führung zu buchen, die für uns als Schulkassen vollkommen kostenlos war. Diese gestaltete sich zwar relativ kurz, jedoch hochinteressant und man erfuhr viel über Ludwig II und seine Begeisterung für Schlösser. Als zweite Station wurde die Fraueninsel angesteuert. Dort wurde eine kleine Mittagspause zum Essen und Erholen eingelegt. Daraufhin besuchten die Klassen die Kirche des dort ansässigen Benediktinerinnenklosters. Die Aktivitäten waren dann doch recht schnell vorbei und nach der Rückfahrt aufs Festland mit der Fähre und der Heimkehr mittels Bus ins Hotel, trafen sich einige Schüler mit den Lehrern, um den Tag erneut bei ein paar Runden verschiedener Gesellschaftsspiele ausklingen zu lassen.

Am vierten und letzten Tag vor Ort machten sich alle wieder auf den Weg in die Berge. Gottseidank aber nicht auf, sondern in einen Berg. Die letzte Tour hatte nämlich das Salzbergwerk in Berchtesgaden als Ziel. Dies war wirklich eine Führung der anderen Art. Anstatt zu Fuß durch das Bergwerk zu laufen und sich nur Dinge anzuschauen, fuhren wir mit einer Minilokomotive tief in den Berg hinein, um dort übergroße Holzrutschen hinunter zu gleiten, auf einem Salzsee mitten im Berg Boot zu fahren und zwei Lasershows über die Funktionen des Bergwerks anzuschauen. Mit diesem coolen und interessanten Finale der Klassenfahrt wurde dann ein letztes Mal der Weg zurück zum Hotel bestritten, um dort langsam aber sicher bereits die Koffer zu packen und sich auf die Abreise am nächsten Morgen vorzubereiten. Ebenfalls ein letztes Mal fanden sich alle Teilnehmer der Klassenfahrt zusammen, um bis in die Nacht Poker, Mistborn, Sherlock Holmes und Werwolf zu spielen. 

Am nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen von Reit im Winkl, Bayern und den Klapppritschen des Hotels.

Die Rückfahrt ging gefühlt fast schneller als die Hinfahrt und die meisten waren froh, wieder Zuhause in NRW zu sein und Großstädte anstelle von Bergen und Kuhherden zu sehen. Trotzdem waren sich alle einig darüber, dass dies eine echt gelungene Klassenfahrt war und definitiv Wiederholungsbedarf besteht - beim nächsten Mal allerdings ohne Scheintod durch Höhenmeter.